Neue Details zur tragbaren Sony-Konsole sind aufgetaucht, die unter dem Codenamen Project Canis bekannt ist.

Grafik

Laut Digital Foundry könnte Sony eine Art Exklusivrecht für den Einsatz maßgeschneiderter RDNA-5-Grafik in der tragbaren Konsole erhalten. Dabei handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine formelle Vereinbarung, die AMD daran hindert, RDNA 5 an andere Unternehmen zu liefern, sondern um Besonderheiten bei der Entwicklung semi-custom gefertigter Prozessoren.

AMD wählt bei der Entwicklung spezialisierter Chips für tragbare Geräte zunehmend genauer aus und verlangt von Auftraggebern ausreichend große Produktionsmengen, damit sich die Entwicklung eines separaten SoC lohnt. Sony ist offenbar bereit, die dafür nötige Stückzahl abzunehmen.

PlayStation Portal

Dadurch könnte Project Canis RDNA 5 früher erhalten als die meisten konkurrierenden Handhelds. Hersteller von Windows-Handhelds können künftig jedoch weiterhin serienmäßige AMD-Prozessoren mit Grafik der nächsten Generation verwenden, sobald solche Lösungen auf den Markt kommen.

Sony und AMD arbeiten außerdem gemeinsam an den Technologien von Project Amethyst. Dazu gehören Neural Arrays zur Beschleunigung von KI-Berechnungen, dedizierte Radiance-Cores für Raytracing und Pathtracing sowie Universal Compression, die die Belastung der Speicherbandbreite verringern soll. Bislang ist nicht bestätigt, dass all diese Technologien in vollem Umfang in Project Canis zum Einsatz kommen werden.

Konkurrenten

Der Insider Kepler_L2 hatte zuvor behauptet, AMD habe von Microsoft eine Abnahmegarantie für mindestens 10 Millionen Chips verlangt, um einen spezialisierten Prozessor für eine tragbare Xbox zu entwickeln. Microsoft habe diese Menge angeblich für zu riskant gehalten und das Projekt aufgegeben.

Diese Information ist jedoch umstritten: Jez Corden, Journalist bei Windows Central, stellte die Behauptung über derartige Forderungen von AMD später infrage.

Bei ASUS, Lenovo, Valve und anderen Herstellern ist die Lage etwas anders. Sie können standardmäßige Mobilprozessoren von AMD verwenden. Für einen separaten Semi-Custom-Chip sind jedoch deutlich größere Produktionsmengen nötig. Sony könnte daher vorübergehend einen Vorteil beim Zugang zu einer spezialisierten RDNA-5-Version erhalten.

Technische Daten

Früheren Leaks zufolge soll Project Canis einen im 3-nm-Verfahren gefertigten AMD-Prozessor mit sechs Kernen erhalten: vier Zen 6c und zwei energieeffiziente Zen 6 LP.

Die Grafikeinheit soll angeblich 16 RDNA-5-Recheneinheiten umfassen. Im Handheld-Modus könnte die GPU mit etwa 1,2 GHz laufen, im Docking-Modus mit bis zu 1,65 GHz.

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Dem Gerät werden außerdem 24 GB gemeinsamer LPDDR5X-Speicher mit einem 192-Bit-Interface zugeschrieben. Die Leistungsaufnahme des Prozessors soll vorläufigen Angaben zufolge je nach Betriebsmodus zwischen 15 und 25 W liegen.

Einem weiteren Leak zufolge könnte die Konsole in den anspruchsvollsten Spielen eine interne Auflösung von etwa 540p nutzen und das Bild anschließend auf 1080p hochskalieren. Dafür soll angeblich die nächste Version der PSSR-Technologie zum Einsatz kommen, die Quellen als PSSR 3.0 bezeichnen.

Sony hat PSSR 3.0 jedoch bislang nicht angekündigt. Sowohl der Name der Technologie als auch die genannten Skalierungsparameter sind daher unbestätigt.

Weitere Merkmale

Frühere Leaks deuten außerdem auf Abwärtskompatibilität mit Spielen für PlayStation 4 und PlayStation 5 hin. Dem Gerät werden ein microSD-Kartensteckplatz, die Möglichkeit zum Einbau einer M.2-SSD, ein Touchscreen, haptisches Feedback und Unterstützung für eine Dockingstation zugeschrieben.

In diesem Fall würde Sony im Grunde versuchen, das vollständige PlayStation-Ökosystem mit dem Format einer tragbaren Konsole zu verbinden, statt das Konzept der PlayStation Portal zu wiederholen, die von Anfang an auf Streaming ausgelegt war.

Erscheinungstermin

Sony hat Project Canis bislang nicht offiziell angekündigt und weder die technischen Daten noch den Preis oder den Verkaufsstart bestätigt.

Früheren Leaks zufolge könnte die Produktion der Konsole 2027 anlaufen. Die Veröffentlichung soll demnach ungefähr im selben Zeitfenster wie die nächste Generation der stationären PlayStation erfolgen. Der endgültige Zeitplan ist jedoch noch unbekannt.

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