
iPhone Duo besteht den Härtetest von JerryRigEverything nicht
Der Tech-Blogger Zack Nelson vom YouTube-Kanal JerryRigEverything hat das iPhone Duo auf Kratzfestigkeit sowie seine Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Staub und Verbiegen getestet. Das Außendisplay und das Titangehäuse überstanden die Prüfungen vergleichsweise gut. Sand setzte jedoch das Scharnier fest, und durch das Biegen in die Gegenrichtung wurde das Innendisplay irreparabel beschädigt.
Das Innendisplay ist leicht zu zerkratzen
Das Außendisplay mit Ceramic Shield 2 schnitt ähnlich ab wie bei den herkömmlichen iPhones. Leichte Kratzer traten ab Stufe sieben der Mohs-Skala auf, tiefere ab Stufe acht.
Das flexible 7,6-Zoll-Display erwies sich als deutlich weicher. Spuren auf seiner oberen Polymerschicht entstanden bereits auf Stufe zwei, und selbst mit einem Fingernagel lässt sich ein tieferer Kratzer hinterlassen. Für Falt-Smartphones ist das nicht ungewöhnlich: Das flexible Panel benötigt eine weiche Schutzschicht statt gewöhnlichem Glas.
Die nanostrukturierte Oberfläche des iPhone Duo kaschiert Beschädigungen allerdings gut. Bei eingeschaltetem Display sind kleine Kratzer deutlich weniger sichtbar, auch wenn sie physisch weiterhin vorhanden sind.

Bei einem zweiten iPhone Duo entfernte Nelson die obere nanostrukturierte Schicht vollständig. Danach wirkte das Bild kräftiger, doch das Display reflektierte das Umgebungslicht deutlich stärker. Apple betrachtet diese Beschichtung als Teil des Displayaufbaus und sieht vor, sie separat auszutauschen.
In den USA kostet der Austausch der beschädigten oberen Schicht ohne AppleCare+ $49. Ist das Faltpanel selbst beschädigt, kostet die Reparatur des Innendisplays $999.
Das Innendisplay verträgt Hitze schlechter
Der Unterschied zwischen den beiden Displays zeigte sich auch beim Test mit der Flamme eines Feuerzeugs. Am Innendisplay wurde der Schaden nach etwa 10 Sekunden bei hoher Temperatur sichtbar. Das Außendisplay hielt mehr als 20 Sekunden durch.
Dieses Experiment geht deutlich über eine normale Nutzung hinaus und zeigt eher die Unterschiede zwischen den Materialien der beiden Displays als deren Widerstandsfähigkeit im Alltag.
Sand setzte das Scharnier fest
Einer der interessantesten Tests galt dem Faltmechanismus. Nelson überschüttete das Smartphone großzügig mit Sand und Schmutzpartikeln und öffnete und schloss es anschließend mehrmals.
Schmutz drang in den Bereich des Titanscharniers ein. Daraufhin begann der Mechanismus zu klemmen, und die eingebauten Magnete konnten die beiden Gehäusehälften nicht mehr vollständig zusammenziehen. Das iPhone Duo blieb leicht geöffnet und ließ sich nicht mehr ganz schließen.
Das Ergebnis ist besonders bemerkenswert angesichts der IP68-Einstufung. Apple gibt an, dass das iPhone Duo unter kontrollierten Laborbedingungen gemäß der Norm IEC 60529 auf Staub- und Wasserbeständigkeit geprüft wurde.
Der Test von JerryRigEverything entspricht jedoch nicht dem standardisierten IP6X-Verfahren: Der Blogger verwendete Sand und größere Schmutzpartikel direkt am Faltmechanismus. Das Experiment zeigt daher, dass das Scharnier durch starke Verschmutzung beeinträchtigt werden kann, widerlegt für sich genommen aber nicht die IP68-Zertifizierung.
Biegen in die Gegenrichtung beschädigte das Falt-Display
Zum Schluss versuchte Nelson, das vollständig aufgeklappte iPhone Duo in die entgegengesetzte Richtung zu biegen. Die Titankonstruktion gab deutlich nach, doch Gehäuse und Scharnier zerbrachen mechanisch nicht.
Stattdessen wurde das Display beschädigt. Nach dem ersten Biegeversuch zog sich eine dauerhafte grüne Linie von der Mitte bis zum Rand des Innendisplays. Bei einem erneuten Versuch kamen mehrere weitere Streifen hinzu. Anschließend reagierte die Touch-Schicht nicht mehr auf Berührungen, obwohl weiterhin ein Bild angezeigt wurde.
Die genaue Ursache des Schadens konnte Nelson nicht feststellen. Möglicherweise waren noch Schmutzpartikel im Scharnier, oder der Mechanismus war bei Belastung in die Gegenrichtung nicht steif genug.
Schon bei einem früheren Test hatte das Biegen des iPhone Duo in die Gegenrichtung zu einem kurzzeitigen Flackern des Displays geführt. Beim Test von JerryRigEverything waren die Folgen deutlich schwerwiegender und irreparabel.
Fazit des Tests
Nach den Tests erklärte Nelson das iPhone Duo für durch seinen üblichen Härtetest gefallen. Das Gehäuse selbst ging nicht zu Bruch, und das Außendisplay erwies sich als kratzfest. Die Schwachstelle des Geräts waren jedoch das Falt-Display und der Scharniermechanismus.
In der Praxis ist vor allem der Test mit Schmutz aufschlussreich: Anders als beim absichtlichen Biegen in die Gegenrichtung können Sand und kleine Schmutzpartikel bei normaler Nutzung ans Smartphone gelangen. Die Bedingungen des Experiments waren allerdings deutlich härter als typische Alltagssituationen.











