Ich habe das AYN Odin 2 Portal ein Jahr lang genutzt. In diesem Test schauen wir uns an, wie sich die Konsole 2026 schlägt, was der Snapdragon 8 Gen 2 noch leistet und ob sich das Modell angesichts des neueren Odin 3 noch lohnt.

Das große 7-Zoll-OLED-Display mit 120 Hz, der Snapdragon 8 Gen 2, ein 8000-mAh-Akku und vollwertige Bedienelemente machen das Gerät eher zu einer kompakten Spielekonsole als zu einem weiteren Android-Gerät für Emulation.

Design und Verarbeitungsqualität

Das Odin 2 Portal macht schon nach den ersten Minuten einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse ist solide verarbeitet: Es gibt praktisch kein Spiel, Knarzen oder Nachgeben der einzelnen Teile.

AYN Odin 2 Portal

Eine Besonderheit des Designs ist die leicht gewölbte Front. Das Glas läuft an den Rändern sanft nach unten und folgt der Form des Gehäuses. Das ist nicht nur ein optisches Detail: Durch diese Konstruktion liegt das Gerät besser in der Hand. Das Gehäuse ist recht anfällig für Fingerabdrücke und nimmt sie leicht auf.

Trotz des großen Displays ist das Portal recht dünn. Es ist kleiner als das Steam Deck, aber wirklich kompakt kann man den Handheld trotzdem nicht nennen.

Steuerung und Ergonomie

Die Sticks sind vergleichsweise klein, besonders im Vergleich zu einem vollwertigen Controller. Die Stickkappen lassen sich austauschen. AYN bietet ein Set mit größeren, texturierten Kappen und ABXY-Tasten im Nintendo-Layout an. Der Austausch der Kappen verändert das Steuergefühl deutlich und bringt es näher an das eines normalen Controllers. Die LED-Beleuchtung um jeden Stick lässt sich separat einstellen.

AYN Odin 2 Portal

Die ABXY-Tasten haben einen deutlichen Druckpunkt, klingen beim Drücken aber gedämpft. Am Steuerkreuz gibt es praktisch nichts auszusetzen. Die Systemtasten neben den Displayecken sind gut platziert und leicht zu erreichen, ohne den Griff zu verändern.

AYN Odin 2 Portal

Die Trigger funktionieren hervorragend, die Bumper gefielen mir etwas weniger. Die zusätzlichen programmierbaren Tasten auf der Rückseite liegen beim Spielen ganz natürlich unter den Fingern.

Nach ein paar Stunden wird klar, warum normale Controller so wuchtige Griffe haben. Das Portal liegt für mich besser in der Hand als ein Smartphone oder eine Nintendo Switch, aber nicht so gut wie ein Xbox-Controller.

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Der offizielle TPU Grip sorgt für ausgeprägte Griffe und einen sichereren Halt, kann den Unterschied zu einem Controller aber nicht vollständig ausgleichen. Mit ihm spielt es sich tatsächlich bequemer. Für lange Sessions würde ich ihn daher gleich zusammen mit der Konsole kaufen. Auch der Grip ist recht anfällig für Fingerabdrücke, die darauf deutlich zu sehen sind.

AYN Odin 2 Portalа
Für den Transport gibt es das offizielle, stabile Carrying Case. Bei der großen Glasfront wirkt es wie eine sinnvolle Anschaffung. Mit angebrachtem TPU Grip lässt sich das Case allerdings nicht schließen. Vor der Reise muss man also den Grip abnehmen oder ein größeres Case eines Drittanbieters suchen.

Display

Einer der Hauptgründe für das Odin 2 Portal ist das 7-Zoll-OLED-Display mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Die Ränder sind sehr dünn, sodass das Display optisch fast die gesamte Vorderseite des Geräts einnimmt.

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Der hohe Kontrast, die satten Farben und das tiefe Schwarz kommen besonders in Spielen mit farbenfroher Grafik gut zur Geltung. Das Displayglas nimmt jedoch leicht Fingerabdrücke auf, sodass man es regelmäßig abwischen muss.

Bei einem OLED-Panel werden die Pixel, die Schwarz darstellen, vollständig ausgeschaltet. Deshalb eignet sich das Portal hervorragend für Spiele im 4:3-Format. Bei unverändertem Seitenverhältnis leuchten die schwarzen Balken an den Seiten dann nicht und lenken weniger vom Spiel ab.

Die 120 Hz lassen sich längst nicht immer ausreizen. Anspruchsvolle PC-Spiele und Switch-Emulation laufen oft mit einer deutlich niedrigeren Bildrate. Bei einfachen Spielen fällt der Unterschied stärker auf, sofern das Spiel eine hohe Bildrate unterstützt und genug Leistung dafür vorhanden ist. Ein 120-Hz-Display bedeutet nicht, dass jedes Spiel mit 120 FPS läuft.

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An dieser Stelle muss man an das ewige Argument von Steam-Deck-Besitzern denken, dass eine Auflösung von 1280 × 800 Pixeln für ein sieben Zoll großes Display völlig ausreiche und mehr schlicht unnötig sei. Für anspruchsvolle AAA-Spiele mag das tatsächlich ein sinnvoller Kompromiss sein. Startet man auf dem Portal aber ein genügsames Indie-Spiel in Full HD mit 120 Bildern pro Sekunde, will man kaum noch zu 800p zurück. Das scharfe OLED-Display und die hohe Bildwiederholrate sind hier kein abstrakter Vorteil auf dem Datenblatt, sondern sorgen für ein sichtbar angenehmeres Bild.

Kühlung und Sound

Auf der Rückseite befinden sich Lüftungsöffnungen. Die Kühlung funktioniert gut, aber bei anspruchsvollen Spielen muss man den Lüfter auf die höchste Stufe stellen, sonst wird das Gehäuse spürbar warm.

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Dabei steigt die Lautstärke, allerdings übertönen die eingebauten Lautsprecher das Lüftergeräusch. Für ein Handheld klingt das Portal überraschend gut. Die Lautstärke reicht aus, der Klang ist angenehm, und man möchte nicht ständig zu den Kopfhörern greifen. Bei geringer Auslastung entsteht deutlich weniger Wärme als beim Experimentieren mit anspruchsvollen PC-Spielen.

Prozessor und Leistung

Der Snapdragon 8 Gen 2 mit Adreno-740-Grafik ist Qualcomms Flaggschiffplattform von Ende 2022. 2026 kann sie bei der mobilen Leistung nicht mehr ganz oben mitspielen, für Android-Spiele und Emulation reicht sie aber weiterhin aus.

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Mit Windows-Spielen wird es schwieriger. Die meisten wurden für x86-64 entwickelt, daher müssen für die Ausführung auf ARM Prozessorbefehle und Grafikaufrufe übersetzt werden. Das Ergebnis hängt nicht nur von der Leistung des Chips ab, sondern auch von der Kompatibilität des Spiels, den Treibern und den App-Einstellungen. Dass ein Spiel erfolgreich startet, garantiert nicht, dass ein anderes genauso gut läuft.

Auch die Größe des Arbeitsspeichers spielt eine Rolle. Er wird von Android, dem Spiel und der Grafik benötigt. Für Android-Spiele und die meisten Emulatoren reichen die grundlegenden 8 GB aus, bei anspruchsvollen PC-Spielen bieten 12 oder 16 GB jedoch mehr Spielraum und verringern das Risiko, dass der Speicher knapp wird. Die weiter unten beschriebenen Ergebnisse mit der 12-GB-Version lassen sich nicht ohne Weiteres auf das Basismodell übertragen.

Gleichzeitig werden immer mehr PC-Spiele unterstützt. 2026 wurde auf dem Portal Hollow Knight: Silksong mit mehr als 100 FPS über die ARM64-Version von Proton 11 und FEX vorgeführt. Das ist ein separates Beispiel und kein Ergebnis meiner Tests mit GameNative, zeigt aber gut, warum leichte PC-Spiele auf einem solchen Handheld mehr zu bieten haben, als man angesichts des Alters des Prozessors erwarten könnte.

Software

Das System verfügt über einen eigenen Launcher zum Starten von Spielen und eine Seitenleiste mit Leistungsüberwachung und Schnellzugriff auf die Einstellungen.

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Einigen Nutzerberichten zufolge stürzt Google Play seit bestimmten Updates bei der Anmeldung mit einem Google-Konto ab. Als vorübergehende Lösungen werden das Löschen der App-Daten, eine Neuinstallation von Google Play oder ein alternativer Store genannt. Das Problem tritt nicht bei allen auf, aber solche Update-Fehler trüben den Eindruck des Geräts.

Custom-ROMs

Das Odin 2 Portal ist nicht auf das vorinstallierte AYN-System beschränkt. Dafür gibt es sowohl eine alternative Android-Firmware als auch Linux-Distributionen, die die gewohnte Nutzung der Konsole verändern.

LineageOS 23.2 auf Android 16 ermöglicht den Umstieg auf eine modernere Android-Version, ohne auf Apps und Emulatoren für diese Plattform verzichten zu müssen. Für das Portal gibt es offizielle Builds des LineageOS-Projekts. Google Play und die Google-Dienste müssen separat installiert werden. Apps, die eine bestandene Play-Integrity-Prüfung voraussetzen, funktionieren möglicherweise nicht.

ROCKNIX und Batocera sind vor allem für Retrospiele interessant. Beide Systeme unterstützen das Portal und nutzen die Oberfläche EmulationStation mit einer Spielebibliothek und Steuerung per Tasten. ROCKNIX bietet außerdem PortMaster zur Installation portierter Spiele. Der Hauptzweck eines solchen Wechsels sind die Organisation der Bibliothek und die Emulationseinstellungen. Einen automatischen FPS-Zuwachs allein durch den Systemwechsel sollte man nicht erwarten.

Armada bietet ein anderes Szenario: Linux mit einer an SteamOS angelehnten Oberfläche, dem Steam-Client und dem KDE-Plasma-Desktop. Für PC-Spiele kommen Proton und FEX zum Einsatz, sodass x86-Befehle weiterhin übersetzt werden müssen. Leistung, Lüfter und Kompatibilitätseinstellungen lassen sich für einzelne Spiele anpassen. Die Entwickler bezeichnen Armada jedoch noch als experimentelles System. Ob die gewünschten Spiele funktionieren, muss unabhängig von den GameNative-Ergebnissen unter Android geprüft werden.

Linux lässt sich von einer microSD-Karte starten, während Android auf dem internen Speicher bleibt. So kann man zwischen den Systemen wechseln. Dafür muss man den Bootloader ABL konfigurieren und ihn je nach gewähltem System und installierter Firmware möglicherweise ersetzen. Vor der Installation sollten die Daten und der ursprüngliche Bootloader gesichert werden. Im Gegensatz zum Starten von Linux von einer Karte löscht der Wechsel zu LineageOS den internen Speicher.

PC-Spiele mit GameNative

Für die Tests von Windows-Spielen kam GameNative zum Einsatz. Mit der App lässt sich ein Steam-Konto verknüpfen und Spiele aus der Bibliothek herunterladen. Außerdem kann man vorgefertigte Profile verwenden oder die Einstellungen manuell ändern. Ein guter Einstieg ist der Bereich „Compatibility“ auf der GameNative-Website. Dort gibt es empfohlene Einstellungen und Profile zum Importieren.

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In den Anfangsszenen von Resident Evil Village werden etwa 30 FPS erreicht. Bei hohen Einstellungen kann es aber selbst bei der Version mit 12 GB RAM zu knappem Arbeitsspeicher kommen. Nach dem Verringern der Grafikeinstellungen und dem Hinzufügen von virtuellem Speicher liegt die Leistung bei ungefähr 20-30 FPS. In anspruchsvollen Szenen gibt es weiterhin Einbrüche, doch dass Village auf einem Android-Handheld mit Snapdragon 8 Gen 2 überhaupt spielbar ist, beeindruckt.

The Witcher 3 läuft aus Steam gleichmäßiger, wenn auch mit Einschränkungen. In belebten Gebieten sinkt die Bildrate auf etwa 25 FPS, auf freiem Feld erreicht sie 40-45 FPS und die meiste Zeit liegt sie bei etwa 30-35 FPS. Gelegentlich kommt es zu Mikrorucklern. Das Spiel lässt sich so durchaus durchspielen, aber von der flüssigen Darstellung auf einem richtigen PC ist das weit entfernt.

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Resident Evil 3 läuft in Innenräumen und Korridoren meist mit etwa 30 FPS. In anspruchsvollen Szenen mit vielen Figuren kommt es zu Einbrüchen. Die höchsten Einstellungen sind hier nicht sinnvoll; auch bei der Zuweisung von Videospeicher sollte man es nicht übertreiben.

BioShock Infinite läuft deutlich besser und erreicht etwa 60 FPS, ohne größere Probleme zu bereiten. Der Kontrast zu Resident Evil Village zeigt die große Spannweite der Ergebnisse. Auf dem Portal gibt es PC-Spiele, die sich angenehm spielen lassen, und andere, deren Start vorerst eher ein interessantes Experiment ist.

Spiele aus Steam herunterladen zu können, ist praktisch, löst aber nicht automatisch das Kompatibilitätsproblem. Die vorgefertigten Profile sind hier tatsächlich hilfreicher, als zu versuchen, für die gesamte Bibliothek dieselben Einstellungen zu finden.

Emulation

Mit Nintendo Switch kommt das Portal gut zurecht, wobei das Ergebnis vom jeweiligen Spiel abhängt. Darksiders III läuft mit etwa 30 FPS. Der Versuch, eine höhere Bildrate freizuschalten, kann die Stabilität verschlechtern, besonders in anspruchsvollen Szenen.

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Bei einzelnen anspruchsvollen Spielen werden etwa 20-25 FPS erreicht. Technisch ist das Spielbar, aber als komfortabel lässt sich das Erlebnis kaum bezeichnen. Weniger anspruchsvolle Spiele laufen deutlich besser.

Interessant ist der Vergleich verschiedener Versionen desselben Spiels. The Witcher 3 für Switch liegt bei der Bildqualität deutlich hinter der PC-Version. Wenn die Windows-Version über GameNative ordentlich läuft, würde ich sie trotz der oben beschriebenen Mikroruckler und Einbrüche vorziehen.

Mit PlayStation 2 ist es einfacher. Bei einer etwa 2,5-fachen Skalierung wirkt das Bild auf dem Full-HD-Display scharf, wobei die endgültige Auflösung vom jeweiligen Spiel abhängt. Die meisten Spiele laufen flüssig. Leistungsmangel ist hier viel seltener ein Problem als beim Starten von PC-Spielen.

Android-Spiele und Streaming

Genshin Impact, Destiny: Rising und andere anspruchsvolle Android-Spiele laufen gut. Anders als beim Starten von Windows-Spielen muss man hier nicht dieselben Kompatibilitätsprofile durchprobieren. Die hohe Bildwiederholrate ist bei Spielen nützlich, die sie unterstützen. 120 FPS für die gesamte Android-Bibliothek kann man aber nicht versprechen.

Das Portal eignet sich auch für Cloud-Gaming oder das Streaming vom eigenen PC oder der Konsole. In diesen Szenarien sind das Display, die integrierte Steuerung und die Qualität der WLAN-Verbindung wichtiger als die Leistungsreserven des Snapdragon.

Für mich passt Streaming gut zur Nutzung des Geräts zu Hause. Man kann auf dem Sofa oder im Bett weiterspielen. Das große Display ist dabei nützlicher, als die Konsole in eine kleine Tasche stecken zu können.

Akkulaufzeit

Der Akku hat eine Kapazität von 8000 mAh, die Laufzeit hängt aber stark von der Auslastung ab. Einfache Spiele und die Emulation älterer Konsolen verbrauchen weniger Strom als Windows-Spiele mit maximaler Leistung und aktiver Kühlung.

In einem unabhängigen Test hielt das Portal bei GBA-Emulation etwa 14 Stunden, bei PlayStation 2 zehn Stunden und bei anspruchsvoller Switch- und Android-Emulation ungefähr 7,5 Stunden durch. Der Test wurde mit 120 Hz und maximaler Helligkeit durchgeführt. Das sind Messwerte anderer, keine meiner eigenen Akkutests. Sie lassen sich nicht auf jedes Spiel und jede Einstellung übertragen.

Für das Steam Deck OLED gibt Valve eine Laufzeit von 3 bis 12 Stunden an. Da sich Auslastung und Testmethoden unterscheiden, lassen sich diese Werte nicht direkt mit denen der beiden Geräte vergleichen.

AYN Odin 2 Portal oder Steam Deck OLED

Nach mehreren Monaten mit dem Portal ertappte ich mich immer öfter bei dem Gedanken, dass mir dieses Handheld-Format für Indie-Spiele besser gefällt. Bei leichten Spielen rücken die Leistungsreserven in den Hintergrund, während das scharfe Display, die geringe Wärmeentwicklung und die lange Akkulaufzeit wichtiger werden.

AYN Odin 2 Portal

Das Steam Deck OLED hat ein etwas größeres Display: 7,4 Zoll, 1280 × 800 Pixel und bis zu 90 Hz statt 7 Zoll, Full HD und 120 Hz beim Portal. Für mich ist der Unterschied vor allem dort spürbar, wo das Spiel eine höhere Auflösung und Bildrate zulässt.

Das Steam Deck mit seiner x86-Plattform und SteamOS ist für eine große PC-Bibliothek jedoch praktischer. Anders als bei ARM müssen hier keine Prozessorbefehle übersetzt werden, auch wenn man die Kompatibilität einzelner Spiele weiterhin berücksichtigen muss. Für ältere AAA-Spiele ist das Deck vielseitiger, während man sich beim Portal mit GameNative, Treibern und Profilen auseinandersetzen muss.

Allerdings ist das Steam Deck derzeit zu teuer für ein Gerät, das bei neuen AAA-Spielen erhebliche Kompromisse eingehen muss und dessen Leistung bei einfachen Indie-Spielen oft gar nicht gebraucht wird. Das Odin 2 Portal für $259 ist in diesem Szenario deutlich sinnvoller. Das Display bietet eine höhere Auflösung und Bildwiederholrate, das Gerät ist leichter, die Akkulaufzeit bei geringer Auslastung länger und die Leistung des Snapdragon 8 Gen 2 reicht dafür mehr als aus.

AYN Odin 2 Portal

Die Nachteile des Portals sind durchaus real. Die serienmäßigen Sticks sind recht klein, bei langen Spielsitzungen liegt es schlechter in der Hand als ein normaler Xbox-Controller, und der offizielle TPU Grip löst das Problem nur teilweise. Bei anspruchsvollen PC-Spielen ist nicht nur die Leistung entscheidend, sondern auch die Kompatibilität von ARM mit x86-Software. Die 8 GB RAM des Basismodells wirken ebenfalls eher wie ein Minimum, wenn man viel mit Windows-Spielen experimentieren möchte.

Für mich lässt sich der Unterschied so zusammenfassen: Das Steam Deck ist als primäres PC-Handheld praktischer, das Portal für Android, Emulation, Streaming und genügsame, kompatible Spiele. Im zweiten Szenario gefällt mir das Portal besser. Angesichts des aktuellen Preisunterschieds möchte ich noch weniger für Funktionen des Decks bezahlen, die ich bei leichten Spielen selten nutze. Wer hingegen eine einzige Konsole für eine möglichst breite Steam-Bibliothek sucht, ist mit dem Deck weiterhin besser bedient.

Preis und Verfügbarkeit

Im Oktober 2026 kostet das Basismodell Odin 2 Portal mit 8 GB RAM auf der offiziellen Website ab $259. Die Pro-Version mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher sowie die Max-Version mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher sind im offiziellen Store schwerer zu finden. Bei Drittanbietern und auf dem Gebrauchtmarkt unterscheiden sich die Preise.

AYN Odin 2 Portal

Das Set mit größeren Stickkappen und ABXY-Tasten kostet $5. Der TPU Grip wird für $15 statt der üblichen $19 angeboten, das stabile Case für $12 statt $15. Die Basiskonsole kostet mit Stickkappen-Set und Grip ohne Versand $279, mit Case $291.

AYN Odin 2 Portal

Zum Vergleich: Nach der Preiserhöhung im Mai 2026 kostet das Steam Deck OLED mit 512 GB $789 und mit 1 TB $949. Dabei handelt es sich um Preise für unterschiedliche Konfigurationen. Das günstigere Portal mit 8 GB RAM ist nicht mit dem in den Tests von PC-Spielen verwendeten Modell mit 12 GB gleichzusetzen.

Wenn das Portal vor allem für Experimente mit Windows-Spielen gedacht ist, lohnt sich auch ein Blick auf das Odin 3. Das Basismodell kostet im Herbst 2026 ab $369 und bietet modernere Hardware. Die Entscheidung sollte man aber anhand der gewünschten Spiele und nicht nur anhand der Prozessorgeneration treffen.

Fazit

Wer die bestmögliche Leistung unter den Android-Handhelds sucht, sollte eher zum Odin 3 greifen. Wer eine einzige Konsole für die gesamte PC-Bibliothek möchte, ist mit dem Steam Deck weiterhin besser bedient.

AYN Odin 2 Portal

Wer hingegen ein großes OLED-Display, eine hervorragende Akkulaufzeit, Android, Emulation, Streaming und Indie-Spiele in Full HD mit hoher Bildrate sucht, findet im Odin 2 Portal 2026 ein nahezu ideales Gerät. Zumal es jetzt, wo das Basismodell $259 kostet, sogar interessanter ist als zum Verkaufsstart.

Das Portal versucht nicht, das beste Handheld überhaupt zu sein. In seinem Einsatzbereich – zu Hause, auf dem Sofa oder im Bett spielen, ohne ständig gegen einen leeren Akku oder mit Grafikeinstellungen kämpfen zu müssen – ist es jedoch verdammt gut.

AYN hat inzwischen außerdem das Odin 3 Portal angekündigt. Statt des Snapdragon 8 Gen 2 kommt im neuen Modell der Dragonwing Q8 zum Einsatz, der Akku wächst von 8000 auf 9000 mAh und das Gewicht von 430 auf 450 g. Diagonale und Bildwiederholrate bleiben mit 7 Zoll und 120 Hz unverändert; auch hier kommt wieder AMOLED zum Einsatz. Für mich ist bei diesem Update vor allem die zusätzliche Leistung für anspruchsvolle Spiele wichtig, während das vertraute Format erhalten bleibt. Der tatsächliche Zuwachs bei FPS und Akkulaufzeit muss sich erst noch in Tests zeigen.

Die Preise stehen bereits fest: Zum Start der Vorbestellungen kostet das Odin 3 Portal mit 12 GB RAM und 128 GB Speicher $399 statt der regulären $419. Das sind $140 mehr als für das Basismodell Odin 2 Portal mit $259, das allerdings nur 8 GB RAM hat. AYN plant, die Auslieferung des neuen Modells Anfang November 2026 zu beginnen. Für anspruchsvolle PC-Spiele würde ich daher das neue Modell im Auge behalten und die Tests abwarten. Für Indie-Spiele, Streaming und die Emulation älterer Systeme bleibt das günstigere Odin 2 Portal überzeugend.

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