
Notebooks mit NVIDIA RTX Spark in Spielen und KI-Anwendungen getestet
Erste unabhängige Tests von NVIDIA RTX Spark zeigen eine hohe Plattformleistung bei lokalen KI-Anwendungen, offenbaren aber Probleme mit der Stabilität in Spielen und eine geringere Prozessorleistung.
Tests der Notebooks Microsoft Surface Laptop Ultra und ASUS ProArt P16 zeigten außerdem die Vor- und Nachteile des Unified Memory, dessen Gesamtkapazität bis zu 128 GB betragen kann.
Künstliche Intelligenz und Arbeitsanwendungen
Die besten Ergebnisse erzielte RTX Spark bei der lokalen Ausführung von KI-Modellen. Im Test AgentPerf-local, der die Geschwindigkeit bei der Erledigung agentischer Aufgaben misst, benötigte das Microsoft Surface Laptop Ultra mit dem Modell Qwen 3.8 27B 18,9 Minuten. Zum Vergleich: Das MacBook Pro 14 mit Apple-M5-Max-Prozessor brauchte 24,74 Minuten, der Mini-PC mit AMD Ryzen AI Max+ 395 – 42,1 Minuten.

Mit dem weniger anspruchsvollen Modell Qwen 3.6 35B A3B lag das Ergebnis bei rund 8 Minuten, gegenüber 10 Minuten beim MacBook Pro und 13 Minuten beim AMD-System.
Bei herkömmlichen Rechenaufgaben konnte der Grace-Prozessor den Apple M5 Max jedoch nicht übertreffen und lag in einigen Tests sogar hinter dem Qualcomm Snapdragon X2 Elite Extreme. Die Ergebnisse bei Grafikberechnungen hängen von der jeweiligen Anwendung ab. So war die NVIDIA-Grafik in Blender rund 20 % schneller als die GPU des Apple M6, während in Affinity Photo und bei der hardwarebeschleunigten Videocodierung in Adobe Premiere Apple die Nase vorn hatte.
Gaming-Leistung und Stabilität
In Spieletests erreichte RTX Spark eine mit der diskreten mobilen GeForce RTX 5070 vergleichbare Leistung. Die Ergebnisse hingen jedoch stark von den gewählten Einstellungen und dem jeweiligen Spiel ab. Eine zusätzliche Einschränkung ist die Arm-Architektur, da die meisten aktuellen PC-Spiele über den Prism-Emulator laufen.
In Cyberpunk 2077 erreichte die Plattform bei 1080p, maximalen Extreme-Einstellungen und aktiviertem Raytracing 39 FPS ohne DLSS und 80 FPS mit DLSS. Zum Vergleich: Eine Notebook-GeForce RTX 5060 kam auf 14 beziehungsweise 31 FPS, eine RTX 5070 – 35 auf 81 FPS und das Flaggschiff RTX 5090 – 89 auf 182 FPS.

In Black Myth: Wukong erreichte RTX Spark bei 1080p, maximalem Cinematic-Preset und deaktiviertem DLSS 36 FPS. Zum Vergleich: Die RTX 5060 schaffte 24 FPS, die RTX 5070 30 FPS und die RTX 5090 65 FPS.
In Gears of War: E-Day lag die durchschnittliche Bildrate bei einer Auflösung von 2180×1453 Pixeln, Ultra-Einstellungen, dynamischem DLSS 4.5 und aktivierter RTX Mega Geometry bei 123 FPS. Der 1%-Low-Wert betrug jedoch nur 28,01 FPS; in einzelnen Szenen kam es zu Mikrorucklern.
Die größten Probleme der Plattform beim Spielen waren die hohe Eingabeverzögerung und die schwankende Bildrate. In Control Resonant erreichte das getestete Surface Laptop Ultra bei einer Auflösung von 2560×1440, hohen Grafikeinstellungen, deaktiviertem Raytracing, DLSS im Performance-Modus und aktivierter MFG-3X-Frame-Generierung durchschnittlich 109,2 FPS. Der 1%-Low-Wert lag dabei bei 51,6 FPS, die durchschnittliche Systemlatenz bei 78,3 ms. Aktiviertes Raytracing senkte die Leistung zusätzlich und erhöhte die Latenz.
In Forza Horizon 6 lag die durchschnittliche Bildrate bei 1440p, Extreme-Einstellungen und aktiviertem Raytracing ohne DLSS bei nur 29,28 FPS; der 1%-Low-Wert sank auf 15,17 FPS. Nach dem Wechsel zum Ultra-Preset und der Aktivierung von DLSS 4.5 mit dynamischer Frame-Generierung stieg der Durchschnitt auf 72,82 FPS, während der 1%-Low-Wert bei 25,89 FPS blieb.
Im Akkubetrieb veränderte sich die Gaming-Leistung kaum. Die durchschnittliche Bildrate lag bei 71,06 FPS, der 1%-Low-Wert bei 25,26 FPS.
Energieeffizienz und Wärmeentwicklung
Der Stromverbrauch von RTX Spark hängt von den Einstellungen des jeweiligen Notebooks ab. Im ASUS ProArt P16 stieg er unter hoher Last kurzzeitig auf 85 W und stabilisierte sich anschließend bei etwa 70 W.
Beim Verhältnis von Grafikleistung zu Stromverbrauch ist die Plattform im Vergleich zu Gaming-Notebooks mit diskreten Grafikkarten ähnlicher Leistungsklasse konkurrenzfähig. Bei Rechenaufgaben ist der Vorteil jedoch weniger eindeutig: Bei der Energieeffizienz der CPU liegt RTX Spark hinter einigen Lösungen von Apple und Qualcomm.
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit hängt deutlich vom jeweiligen Notebook und der Art der Belastung ab. Im Test mit ununterbrochenem Surfen im Web hielt das Microsoft Surface Laptop Ultra 10 Stunden und 15 Minuten durch. Das MacBook Pro 16 mit M5-Pro-Prozessor kam auf 21 Stunden und 25 Minuten, das ASUS Zenbook A16 mit Snapdragon X2 Elite auf 10 Stunden und 26 Minuten und ein Notebook mit AMD Ryzen AI Max+ 395 auf 11 Stunden und 12 Minuten.
Im Gaming-Test von PCMark 10 erreichte das Surface Laptop Ultra lediglich 1 Stunde und 38 Minuten. Zum Vergleich: Ein Notebook mit GeForce RTX 5060 hielt 58 Minuten durch, eines mit RTX 5070 – 1 1 Stunde und 13 Minuten und eines mit RTX 5090 – 1 1 Stunde und 8 Minuten.
Preis und Verfügbarkeit
Der hohe Preis zählt zu den größten Nachteilen von Geräten mit RTX Spark. Die Notebooks richten sich vor allem an Entwickler, KI-Fachleute und Nutzer, die große Sprachmodelle lokal ausführen müssen.
Das getestete Microsoft Surface Laptop Ultra mit 128 GB Unified Memory und 1-TB-Speicher kostet in den USA $5899,99. Der hohe Preis garantiert jedoch keine Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz bei Alltagsaufgaben und Spielen. Das wichtigste Argument für RTX Spark bleibt daher die Möglichkeit, große KI-Modelle ohne Cloud-Computing auszuführen.











