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Teamleiter bewirbt sich auf die eigene Stelle – und erhält sofort eine Absage
Der Teamleiter einer neunköpfigen Entwicklergruppe berichtete, wie er versuchte, eine Stelle in seiner eigenen Abteilung zu bekommen, und bereits nach sechs Minuten automatisch eine Absage erhielt.
Bei der eigenen Mannschaft durchgefallen
Die Geschichte erschien bereits im August 2026 auf Reddit. Laut dem Verfasser des Beitrags suchte sein Team seit April eine erfahrene Fachkraft, doch die Personalabteilung meldete immer wieder, es gebe keine geeigneten Kandidaten. Die meisten Lebensläufe schafften es nicht durch die Vorauswahl, weshalb die Stelle monatelang unbesetzt blieb.
Da er einen Fehler vermutete, beschloss der Teamleiter, das System selbst zu testen. Er legte eine neue E-Mail-Adresse an, gab einen erfundenen Namen an, änderte einige Daten leicht ab und schickte einen Lebenslauf, der fast vollständig seiner eigenen Berufserfahrung entsprach.
Die Situation war absurd: Ein Mann, der die Anforderungen für die Stelle selbst formuliert und das Team geleitet hatte, galt als ungeeigneter Kandidat.
Grund für die Absage
Eine Woche brauchte der Manager, um den Grund für die Absage herauszufinden. Es stellte sich heraus, dass der automatische Filter das Schlüsselwort „React.js“ zwingend voraussetzte. In seinem Lebenslauf stand jedoch die geläufigere Bezeichnung „React“.

Beide Bezeichnungen stehen für dieselbe JavaScript-Bibliothek zur Erstellung von Benutzeroberflächen. Doch dem Bericht des Verfassers zufolge suchte das System nach einer exakten Übereinstimmung und berücksichtigte keine alternativen Schreibweisen.
Der Teamleiter vermutete, dass das Unternehmen seit April aus demselben Grund zahlreiche qualifizierte Kandidaten abgelehnt haben könnte. Die Personalabteilung erklärte die ausbleibenden Ergebnisse unterdessen regelmäßig mit der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Fehler der Automatisierung
Unklar ist allerdings, ob bei der Vorauswahl künstliche Intelligenz zum Einsatz kam. Solche Fehler können auch herkömmlichen ATS-Systemen (Applicant Tracking System) unterlaufen, die Lebensläufe anhand vorgegebener Kriterien automatisch aussortieren.
Das Problem ist nicht neu. Bereits 2021 zeigte eine Studie der Harvard Business School und von Accenture, dass 88 % der befragten Arbeitgeber einräumten: Qualifizierte Fachkräfte können an der Vorauswahl scheitern, weil sie formale Anforderungen der Stellenanzeige nicht erfüllen.
Die Schilderung des Teamleiters ist allerdings nicht unabhängig bestätigt. Der Verfasser nannte weder das Unternehmen noch das verwendete System zur Auswahl der Kandidaten.











