Zusammen mit der Preisankündigung erschienen die ersten Tests von Steam Frame. Die Rezensenten loben die VR-Brille für ihren Komfort und die hochwertige drahtlose Übertragung von Spielen vom PC, doch der autonome Modus leidet derzeit noch unter Kompatibilitätsproblemen, kurzer Akkulaufzeit und unreifer Software.

Komfort ist eine Stärke von Steam Frame

Fast alle Rezensenten heben die Ergonomie von Steam Frame besonders hervor. Die Headset wiegt 440 Gramm, und der Akku ist in den hinteren Teil des Kopfbügels verlegt, sodass das Gewicht besser auf Vorder- und Hinterkopf verteilt wird. Ars Technica schreibt, dass Steam Frame das Gesicht deutlich weniger belastet als viele andere Headsets und mehrere Stunden lang getragen werden kann, ohne dass eine Pause zum Absetzen erforderlich ist. Zum Vergleich: Meta Quest 3 wiegt 515 Gramm.

Steam Frame

Nicht alles ist perfekt. Der hintere Akku kann bei der Nutzung eines Stuhls mit Kopfstütze stören, und Brillenträgern könnte die beiliegende Abstandshalterung benötigen, die das Sichtfeld leicht verkleinert. Insgesamt ist jedoch Komfort zu einer der am häufigsten genannten Stärken von Steam Frame geworden.

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Positiv bewerteten die Journalisten auch die kabellose Verbindung zum Computer. Zur Übertragung des Bildes wird ein im Lieferumfang enthaltenes USB-Adapter verwendet, der im 6-GHz-Bereich arbeitet. Im Test von Ars Technica betrug die Verbindungsverzögerung typischerweise 5-10 ms, und Bildqualität sowie Stabilität waren hoch genug für ein vollständiges VR-Spielerlebnis. Manchmal musste die Übertragung oder SteamVR dennoch neu gestartet werden, um eine Verbindung herzustellen. Gerade in Kombination mit einem Gaming-PC zeigt sich der Steam Frame bisher am überzeugendsten.

Der autonome Modus ist noch in der Entwicklung

Steam Frame kann Spiele ohne Computer starten, doch die Ergebnisse sind hier deutlich weniger stabil. Einige Projekte funktionieren einwandfrei, andere lassen sich jedoch gar nicht starten, zeigen grafische Fehler oder führen zu Systemabstürzen. So konnte Ars Technica Doom VFR und I Expect You To Die 3 nicht starten, während sie bei Fruit Ninja und The Lab auf schwerwiegende grafische Probleme stieß.

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PC Gamer stellte ebenfalls fest, dass der Status Steam Deck Verified nicht zwingend die Kompatibilität mit Steam Frame garantiert. Neben Proton, das es ermöglicht, Windows-Spiele unter SteamOS auszuführen, muss die Brille zudem FEX nutzen, um x86-Code für die Arm-Architektur zu übersetzen. Daher verwendet Valve für Steam Frame ein separates Kompatibilitätsprüfsystem.

Ein Problem bleibt die Akkulaufzeit. ComputerBase erzielte bei lokalem Start von Half-Life: Alyx im Leistungsmodus etwa 1 Stunde und 11 Minuten. In anderen Tests entluden schwere VR-Spiele den Akku ebenfalls in etwa einerinhalb Stunden. Beim Streaming vom PC sinkt der Energieverbrauch: PC Gamer erreichte 1 Stunde und 54 Minuten Spielzeit in Half-Life: Alyx.

Das Tracking funktioniert hervorragend, bei den Controllern ist die Lage jedoch nicht eindeutig

Eine der Stärken von Steam Frame ist das Positionserfassungssystem für Headset und Controller. Dafür kommen vier monochrome Kameras und eine Infrarot-Beleuchtung zum Einsatz, sodass externe Basisstationen, die für den Valve Index erforderlich sind, nicht mehr benötigt werden. PC Gamer lobte besonders die Genauigkeit der Erfassung und die Stabilität der Grenzen des Spielbereichs.

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Die Steam Frame-Controller selbst ähneln in Form und Anordnung der Hauptsteuerungselemente dem Meta Quest 3. Valve hat zusätzliche Tasten hinzugefügt: Der rechte Controller verfügt über ein vollständiges ABXY-Block-Layout, der linke über ein Kreuzfeld, und beide besitzen zusätzliche Trigger. Dies ist besonders praktisch beim Starten herkömmlicher Spiele auf einem virtuellen Bildschirm.

Nach den Index-Controllern wirkt die Lösung traditioneller. Zusätzliche Riemen aus dem Ergonomic Accessories Kit ermöglichen ein freieres Öffnen der Handflächen und eine bessere Nutzung der Fingerpositionserkennung, was beispielsweise in Half-Life: Alyx praktisch ist. PC Gamer merkt jedoch an, dass es einigen Nutzern mit den Riemen schwerer fällt, alle Tasten zu erreichen.

Half-Life: Alyx läuft ohne PC, jedoch mit Kompromissen

Eine der Hauptfunktionen von Steam Frame ist die vollständige ARM64-Version von Half-Life: Alyx, die direkt auf dem Snapdragon 8 Gen 3 ohne Gaming-PC ausgeführt wird. Valve benötigte mehr als ein Jahr, um Vulkan, SteamVR und andere Komponenten der Softwareplattform für den autonomen Spielstart zu optimieren.

Das Ergebnis ist für einen mobilen Prozessor ungewöhnlich, doch Kompromisse waren unvermeidlich. Standardmäßig läuft die autonome Version mit 72 Hz, während das Spiel mit einer Basis-Framerate von 36 Bildern pro Sekunde gerendert wird. Für ein flüssigeres Bild nutzt Valve eine Tiefenreprojektion.

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Gleichzeitig ermöglicht die Blickverfolgung den fovealen Rendering: Der Bereich, auf den der Nutzer schaut, wird mit höherer Detailtiefe dargestellt, während der periphere Bildbereich mit geringerer Auflösung wiedergegeben wird. Beim normalen Spiel ist der Effekt weniger auffällig als bei statischen Bildern, aber die Streaming-Version vom Gaming-PC sieht dennoch besser aus.

Die Bewertungen zur Akkulaufzeit von Half-Life: Alyx fallen unterschiedlich aus. Ars Technica hält die visuellen Kompromisse für relativ gering, während PC Gamer einen stärkeren Qualitätsverlust im peripheren Bereich feststellte. Dennoch bleibt der Start der Vollversion von Half-Life: Alyx direkt auf einem mobilen Chip eine der interessantesten technischen Errungenschaften von Steam Frame.

Der Hauptnachteil von Steam Frame ist der Preis

Steam Frame ist deutlich teurer als die gängigen Massen-VR-Headsets.

  • Steam Frame, 256 GB – $1059 / €1049
  • Steam Frame, 1 TB – $1299 / €1279

Zum Vergleich: Das Meta Quest 3 mit 512 GB Speicher kostet in den USA derzeit $600, das Quest 3S mit 128 GB $350. Die Basisversion der Steam Frame ist also fast doppelt so teuer wie die Quest 3 .

Steam Frame vs Meta Quest 3

Selbst zu diesem Preis liefert Valve kein USB-C-Netzteil im Lieferumfang. Ein separates Netzteil kostet $29 in den USA und €39 in Europa. Im Lieferumfang des Steam Frame ist dafür Half-Life: Alyx enthalten, das sowohl direkt auf der Brille als auch vom Gaming-PC aus gestartet werden kann.

Vor diesem Hintergrund erweisen sich die Vorteile von Steam Frame als recht spezifisch. Das Headset ist leichter als das Quest 3, bietet eine enge Integration mit Steam, hochwertige drahtlose Übertragung von Spielen vom PC, lokale Ausführung eines Teils der Steam-Bibliothek und eine offenere Softwareplattform. Für Nutzer jedoch, die primär eine VR-Brille benötigen, ist es schwieriger, einen solchen Preisunterschied zu rechtfertigen. PC Gamer bezeichnet Steam Frame ausdrücklich als schwer zu empfehlende erste VR-Brille oder Alternative zum Quest 3, obwohl der Autor des Magazins sie für das beste universelle Modell hält, das er je benutzt hat.

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Die Registrierung für die Teilnahme an der ersten Verkaufsphase dauert bis zum 17. September. Anschließend ermittelt Valve zufällig die Käufer der ersten Charge und beginnt am 18. September, ihnen Angebote zu senden. Für die Bestellung stehen 72 Stunden zur Verfügung; alle anderen Nutzer verbleiben in der Warteschlange.

Infolgedessen hinterlassen die ersten Tests das Steam Frame in einer ungewöhnlichen Position. Valve gelang es, eine sehr komfortable kabellose Headset zu entwickeln, das sich besonders gut beim Streamen von Spielen vom Gaming-PC bewährt. Der autonome Modus erfordert jedoch noch Verbesserungen, die Kompatibilität mit Spielen bleibt unvorhersehbar, der Akku hält nur kurz und der Preis über $1000 schränkt den Kreis potenzieller Käufer deutlich ein.

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